Pandemie und Akademie

Virtuelle Trainings während der Corona-Beschränkungen

Bei diva-e gibt es seit jeher eine aktive Akademie mit zahlreichen Tech Talks und Schulungen. Tech Talks finden als Frontalveranstaltungen häufig in einem Format statt, das auch eine Remote-Teilnahme sinnvoll zulässt. Die meisten unserer Schulungen und Workshops sind jedoch darauf ausgelegt, dass alle Teilnehmenden in einem Raum zusammenkommen, um in den Erfahrungsaustausch treten.

Mit den Beschränkungen aufgrund der COVID-19-Pandemie ist diese Form von Schulungen nicht mehr möglich. Gleichzeitig wollte ich meine bereits geplanten Veranstaltungen aber nicht verschieben oder ausfallen lassen. Also habe ich die Teilnehmer:innen zu einer Remote-Teilnahme befragt. Wegen großer Zustimmung fanden die Veranstaltungen vollständig remote statt, also nahm jede Person von einem anderen Ort aus teil. 

Pandemie und Akademie

Remote-Herausforderungen für Moderatoren

Für mich als Veranstaltungsleiter ist es immer wichtig, die Menschen zu sehen. Ich habe also die ganze Zeit mit zwei Bildschirmen gearbeitet. Auf dem einen sah ich die Videos aller Teilnehmer:innen - den anderen habe ich geteilt, um Inhalte zu zeigen. Eine größere Herausforderung war es, Fragen zu stellen und danach die Stille auszuhalten. Es ist etwas anderes, den Menschen dabei ins Gesicht zu schauen, als nur deren Gesichter im Video zu sehen. Aber auch diese Stille geht vorbei, am Ende ist sie nur halb so schlimm und die spannenden Fragen entschädigen für die unangenehmen Sekunden.

Tools zur digitalen Kollaboration

Zum Darstellen von Inhalten habe ich ein vorbereitetes Miro-Board verwendet. Während der Veranstaltung haben wir das Board dann gemeinsam gefüllt. Da ich die freie Version von Miro verwendet habe, habe ich immer die Gedanken und Wortbeiträge der Teilnehmer:innen gesammelt und selbst bei geteiltem Bildschirm aufgeschrieben. Das klappt erstaunlich gut und unterschied sich nur wenig vom Sammeln von Post-Its, die an ein Whiteboard geklebt und besprochen werden. Ein Vorteil war vermutlich, dass jeweils weniger als acht Personen anwesend waren. Bei mehr als zehn Personen wird es vermutlich zäh.
Mit der Pro-Version von Miro gibt es diese Beschränkung nicht. Darin können auch nicht registrierte Teilnehmer:innen ein Board bearbeiten, wodurch sich die Immersion der Teilnehmenden erhöht.

Um Übungen in kleineren Gruppen möglich zu machen, habe ich die Teilnehmer:innen gebeten, das Meeting zu verlassen und sich gegenseitig anzurufen. Wer wen anruft, habe ich der Einfachheit halber vorgegeben. Nachdem alle raus waren, war ich allein im Meeting. Wieder so ein komisches Gefühl. Zudem konnte ich nicht sehen, wie die Teilnehmer:innen arbeiten und damit nicht einschätzen, wieviel Zeit für die Übung noch notwendig ist. Dafür habe ich den Chat des Meetings genutzt, der auch nach dem Verlassen des Meetings bestehen bleibt. Dort konnte ich die verbleibende Zeit mitteilen und auf mögliche Fragen reagieren.

Ich bat alle Teilnehmer:innen, selbst auf die Zeit zu achten, was sehr gut geklappt hat. Es gibt die Möglichkeit, digital zur Teilnahme am Meeting aufzufordern. Das war meine Methode, um das Übungsende anzuzeigen.
Inzwischen unterstützt Teams auch Breakout Rooms. Damit wird die Gruppenarbeit nochmal einfacher und angenehmer.

Insgesamt fand ich die Remote-Veranstaltungen eine interessante Erfahrung, die ich gerne wiederholen möchte. Sei es, weil die Reise an einen anderen Standort nicht in die Planung passt oder weil es einfach das neue Normal ist, solche Veranstaltungen remote zu machen.