Zusammenarbeit auf Augenhöhe

Wie wir gemeinsam einen erfolgreichen Prozess für unser Projekt erarbeiten

Im Umgang zwischen Dienstleister und Kunde beeinflussen geschriebene und ungeschriebene Regeln die Zusammenarbeit. Manchen ist ein Statement aus dem Agile Manifesto, das vor knapp 20 Jahren gemeinsam von mehreren Entwicklern wie z.B. den Scrum-Begründern Ken Schwaber und Jeff Sutherland als Fundament für die agile Softwareentwicklung verfasst wurde, bewusst: “Wir schätzen Zusammenarbeit mit dem Kunden mehr als Vertragsverhandlung." So wundern wir uns nicht, dass wir in unserer Zusammenarbeit nicht nur immer wieder Teamfindungsprozesse beobachten, sondern auch das gegenseitige Tuning auf eine gemeinsame Wellenlänge immer wieder aufs Neue läuft und keineswegs mit der Unterschrift unter dem Vertrag beendet ist.

Zusammenarbeit auf Augenhöhe

Menschliche und digitale Werte schaffen
Wenn wir den Projekterfolg sicherstellen wollen und dabei auch die Wirtschaftlichkeit berücksichtigen, dann müssen wir erkennen, wo die Grenzen der Einstellung auf ausdrückliche oder unbewusste Kundenerwartungen erreicht sind. Dies erfordert eine konsequente und kontinuierliche, aktive Entwicklung des Verhältnisses mit unseren Kunden und unseren Teams – auch, um unserem eigenen Namen “Digital Value Excellence” gerecht zu werden.

Die Schwierigkeit liegt im Erkennen der Übergangszone von der absolut notwendigen Varianz unserer Zusammenarbeit hin zur Abweichung mit negativem Effekt - ab wann stört Flexibilität mehr als sie den Beteiligten hilft? Wir müssen uns in unserer Funktion als Partner führender Unternehmen sowohl unseren methodischen Fähigkeiten als auch derer Grenzen bewusst sein. Wie soll uns das auf Dauer und mit jedem Kunden neu gelingen?

Miteinander auf Augenhöhe
Als erstes soll uns das klassische “Miteinander sprechen” helfen. Durch regelmäßiges Erfragen von Befindlichkeit und kontinuierlichem Feedback auf Augenhöhe zwischen Team-Repräsentant/innen und Kundenvertreter/innen können wir im Bereich der Varianz bleiben, ohne in die Devianz abzugleiten.

Zur Unterstützung bauen wir Signale ein:
Durch das Erschaffen und Beobachten verschiedener Metriken haben wir ein “Frühwarnsystem” unserer Kooperationsvarianz. Diese Metriken sind mit dem Kunden gemeinsam vereinbart. Wir können dabei bekannte Metriken wie Zufriedenheit, Budget Burndown, Product Burndown, Velocity, Defect Rate nutzen oder neue einführen. Wir haben hier festgestellt, dass die Vergleichbarkeit über Projekte hinweg sehr eingeschränkt ist.

3 Tipps für erfolgreiche Prozesse im Projekt

1. Wir stellen eine konsequente Verbindung unserer Metriken mit unseren Entscheidungen her. Wenn man eine Entscheidung zur Arbeitsweise trifft, muss man vorher bestimmen, welche Metriken beeinflusst werden sollen und dies dann auch prüfen. Dieses metrik-unterstützte “Inspect & Adapt” haben die Agilisten vormals auf Produkte selbst angewendet und nun kommt es deutlich stärker für die Entwicklung von Kooperationsmodellen zur Anwendung.

2. Unsere Wirtschaftlichkeit sollten wir durch ein “Ramp Up”-Regelwerk und ein Peer Review zu den Projektkennzahlen sicherstellen, um die berüchtigte Betriebsblindheit zu vermeiden. Es ist ein Ausdruck kollegialen Vertrauens, das eigene Projekt von Kolleg/innen mit unvoreingenommenem Blick beobachten und auch kritisieren zu lassen. Das Peer Review kann vom PM/Agile-Chapter, durch die Projektleitenden oder durch das Management-Team getriggert werden.

3. Ein regelmäßiges Project Board stellt einen Eskalationsmechanismus dar, wenn für Projekte Entscheidungen nötig sind, für die das Team Entlastung oder Unterstützung braucht.