Total Cost of Ownership in agilen Softwareprojekten

Warum der “Flow” im Team zählt

In Softwareprojekten lässt sich vieles quantifizieren. So kann etwa die Umsetzung einer Story mit Arbeitsstunden beziffert werden und für Standardsoftware fallen in der Regel gut kalkulierbare Lizenzkosten an. Doch es gibt auch Kosten, die sich nicht so einfach quantifizieren lassen, wie zum Beispiel der Wissensverlust nach dem Ausscheiden einer wichtigen Person aus dem Projekt. Meistens gibt es in einem Projekt Signale, die zeigen, dass schwer quantifizierbare Kostenfaktoren zu groß werden.

Total Cost of Ownership in agilen Softwareprojekten

Die Herausforderung liegt darin, dass die Kosten an verschiedenen Stellen entstehen können. Als erstes gilt es daher, diese Bereiche zu identifizieren:

  • Prozesse: Durch ineffiziente Abstimmungen entstehen Aufwände, die eigentlich gar nicht nötig waren.

  • Zwischenmenschliches: Schlechte Stimmung oder fehlender Flow im Team sorgen für verminderte Produktivität.

  • Technische Schulden: Altlasten müssen bei der Entwicklung neuer Features berücksichtigt oder mit Workarounds behoben werden.

Wichtig ist auch die Erkenntnis, dass die Kosten verschieden zusammengestellt sein können. Folgende Aspekte müssen daher genauer betrachtet werden:

  • Ein nicht identifizierter großer Kostenpunkt

  • Viele kleine Kostenpunkte, die für sich genommen nicht teuer sind, aber in Summe für Verluste sorgen

  • Keine gestiegenen Kosten, aber gesenkte Produktivität

Qualitative und quantitative Analysen bei Kosten- und Ergebnisschwankungen
In einem stabilen Entwicklungsprojekt sollten Kosten und Ergebnis nur nachvollziehbaren Schwankungen unterliegen. Es empfiehlt sich, Veränderungen von Kosten oder Ergebnis ohne einen offensichtlichen Grund kritisch zu betrachten. Besteht eine solche Entwicklung für längere Zeit, ist eine weitere Untersuchung notwendig. Dafür können Metriken analysiert und miteinander ins Verhältnis gesetzt werden. Auch qualitative Befragungen von Mitarbeitenden im Projekt sind vorstellbar.

Wissenstransfer im Unternehmen
Die Ergebnisse einer solchen Untersuchung sollten mit dem Team geteilt werden, damit alle adäquat reagieren können. Ebenso bietet es sich an, in einem Vortrag, in einem Chapter oder in anderen Kreisen außerhalb des Projekts über die Erkenntnisse zu reden, damit das erlangte Wissen weiter ins Unternehmen getragen wird.

Fazit: Ermittlung der Total Cost of Ownership in Softwareprojekten
Die Total Cost of Ownership zu ermitteln und zu berechnen ist in agilen Softwareprojekten nicht immer einfach. Es gilt, die verschiedenen Bereiche, in denen Kosten entstehen können, zu identifizieren und im Blick zu behalten. Auch die Zusammenstellung der Kosten ist wesentlich. Wertvolle Maßnahmen bei Kosten- und Ergebnisschwankungen im Projekt sind qualitative und quantitative Analysen.