On-Demand Webinar: IoT Ideation - Mit Kreativmethoden zu neuen IoT-Geschäftsmodellen

Best Practices und Insights für einen erfolgreichen Businessplan

Das erfahren Sie im Webinar:

IoT und Industrie 4.0 gehören zu den wichtigsten Erfolgsfaktoren der digitalen Unternehmenslandschaft. Eine der größten Herausforderungen für Unternehmen besteht darin, aus der Vielfalt an Daten, Technologien und Möglichkeiten die passenden Ideen und Lösungen für ihr Business zu finden. In diesem Webinar erfahren Sie, wie in einem zweitägigen IoT Ideation Workshop verborgene Potenziale entdeckt werden und neue Ideen entstehen.

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Die Referenten

Johannes Winter ist seit 2018 für optimale Nutzererlebnisse und Usability verantwortlich. Zu seinen Werkzeugen gehören dabei Design Thinking, Design Sprints, Usabilitytests und Expertenreviews.
Johannes Winter
UX Consultant, diva-e
Ricardo Dunkel ist als Plattform Architekt von allem fasziniert, was sich vernetzten lässt. Der IIoT/ IoT Bereich bietet spannende Herausfoderungen, um sein langjährigens Wissen in Prozessen, Systemen und Technologien zielgerichtet einzusetzten
Ricardo Dunkel
Principal Plattform Architect, diva-e

Transkript zum Webinar: IoT Ideation - Mit Kreativmethoden zu neuen IoT-Geschäftsmodellen

Vorstellung

Angela Meyer: Willkommen zu unserem diva-e Webinar: IoT Ideation – Mit Kreativmethoden zu neuen Geschäftsmodellen. In diesem Webinar erfahrt ihr, wie in einem zweitägigem IoT Ideation Workshop neue Ideen entstehen können. Mein Name ist Angela Meyer und ich bin heute eure Moderatorin. Johannes und Ricardo gerne ein paar Worte zu euch.

Johannes Winter: Ja herzlich Willkommen an alle, freut mich dass die Teilnehmerzahlen, wenn ich das richtig sehe, auch noch weiter steigen, sehr cool. Mein Name ist Johannes Winter, ich bin User Experience Consultant bei diva-e, und habe das IoT-Ideation Format mitgegründet und über die letzten Jahre begleitet. Und ich freue mich sehr darauf, es heute vorstellen zu dürfen.

Ricardo Dunkel: Ja, auch von meiner Seite Herzlich Willkommen für euer zahlreiches Erscheinen, mein Name ist Ricardo Dunkel, ich bin Plattformarchitekt bei der diva-e, und habe hier im Haus das IoT-Lab mitgegründet.
Angela Meyer: Sehr schön. Dann starten wir jetzt mit dem Vortrag, Ricardo, ich übergebe dir die Übertragungsrechte, und dann wünsche ich den Teilnehmern viel Spaß beim Zuhören.

IoT bei diva-e

Ricardo Dunkel: Vielen Dank Angela. Lasst uns einfach mit einer kurzen Agenda starten, die soll uns als Orientierung dienen. Wir möchten im ersten Teil kurz darlegen, was wir im IoT Bereich grob machen und wie das Vorgehen zu unserer IoT-Ideation aussieht. Dann werden wir ein bisschen konkreter darauf eingehen, was ist eigentlich dieser IoT-Ideation Workshop, wo kommt diese Kreativmethode her und was beinhaltet diese, um am Ende den Kreis zu schließen und das Vorgehen anhand des Workshops in einer kurzen Timeline darzustellen.

Bei diva-e haben wir seit vielen Jahren verschiedene Anknüpfungspunkte zu dem IoT Umfeld und haben in den Projekten und in den Auswertungen der Projekte immer mehr festgestellt, dass es sich hierbei nicht um ein rein technisches Thema handelt, sondern dass wir viele verschiedene Bereiche mit integrieren und wir da die Abteilungen diva-e weit und standortübergreifend, zusammenbringen wollen und müssen. Das hat zum einen den Grund, dass wir über Software reden, über Hardware reden, über Kommunikationsprotokolle reden, dass wir uns im Industrie 4.0 Umfeld bewegen mit RAMI und allem was sich da noch so tummelt. Das heißt: die Welt ist sehr vielfältig, und das ist letzten Endes nicht nur die Bits und Bytes Welt, die wir da sozusagen bewegen und in der wir uns auskennen, sondern es ist immer wichtiger, dass wir in den Kundenprojekten von Anfang bis Ende den Kunden begleiten und mit unseren verschiedenen Leistungen einfach zufriedenstellen können.

Wir haben hier ein sehr breites Spektrum, das fängt von der Strategieentwicklung an, geht über die klassische Implementierung und natürlich dann auch in die Inbetriebnahme unserer Lösung, das heißt ein klassisches Applikation Management im On Premise Bereich, oder im Cloud Bereich, da ist halt wirklich alles dabei. Von der Idee am Anfang bis zum Betrieb der Plattform am Ende. Wir haben maßgeblich ein Industrie 4.0 Fokus, also das heißt wir beschäftigen uns weniger mit Alexa, oder was man so den Smart Home Bereich kennt, sondern sind halt auch Mitglied in verschiedenen Plattformen, die sich mit der Industrie 4.0 beschäftigen. Wir sind nahe an der Plattform Industrie 4.0 Vereinigung dran, und sind zum Beispiel Mitglied in der Open Industry Alliance, wo wir halt diese Standardisierung und den Rahmen, den wir in der Industrieplattform 4.0 kennen und weiter erarbeiten, konkreter ausprägen. Das heißt in Arbeitsgruppen und mit anderen Partnern oder mit anderen Kunden zusammen, einfach versuchen den Standard weiter voran zu treiben und in die Praxis zu überführen. Ein wichtiger Punkt ist dabei, dass IoT bei uns sehr nah in den Data Bereich mit reinspielt. Wir haben da quasi eine enge Kopplung mit den Daten, die durch die Maschinen, Things, Autos, was auch immer produziert werden, diese zu sammeln, diese zu halten, also sprich zu speichern in Data Lakes und darauf dann Analysen durchzuführen, die uns dann wiederrum in die Lage versetzen, also mit den Kunden zusammen, die Geschäftsmodelle auszuprägen oder zu evaluieren. Und da dieses Feld, um es nochmal an der Stelle zu nennen, sehr vielfältig ist und sehr weitläufig ist, haben wir dann mit den Bereichen IoX und IoE uns zusammengesetzt und überlegt, wie man diese Herangehensweise besser strukturieren kann. Und sind da natürlich über die klassischen Prototypen und Proof of Concept und MVP Sachen in unserem Ideation Workshop geendet. Das heißt wir haben da ein neues Format zusammen entwickelt, abteilungs- und standortübergreifend, was wir jetzt als IoT-Ideation Workshop beschreiben, und wo wir euch gerne ein bisschen näherbringen möchten, was man darunter eigentlich versteht.

IoT-Ideation Format

Johannes Winter: Ja, Ricardo hat das schon gesagt, dass ja natürlich die technologische Komponente bei IoT häufig sehr im Vordergrund steht und damit verbunden auch immer die Frage der Innovation oder wie können wir jetzt eigentlich mit diesen neuen technologischen oder vielleicht auch gar nicht so neuen technologischen Möglichkeiten was auf die Beine stellen. Und das IoT-Ideation Format ist im Prinzip die Antwort auf diese Frage, weil wir davon überzeugt sind, dass Innovation eben kein Zufall ist. Dass es nichts ist, was irgendwie mal schnell jemand einfällt, sondern dass man das auch durchaus prozessual begleiten kann und wir das auch für ein absolut empfehlenswertes Vorgehen halten.

Das Ganze erkläre ich immer gerne mit so einer Analogie, wenn wir uns jetzt mal vorstellen, wir haben unser tägliches Geschäft, das zwar auf der Oberfläche stattfindet, hier repräsentiert durch diesen wunderschönen Acker, wo Pflänzchen gedeihen und das funktioniert auch ganz gut, da wächst alles schön. Gleichzeitig kann es aber natürlich sein und in den meisten Fällen unserer Erfahrung nach ist es auch so, dass Unternehmen, unter dieser Oberfläche, unter diesem Alltagsgeschäft, noch ganz viele versteckte Potentiale haben. Und die gilt es durch so ein Format zu heben, diese Potentiale möchten wir gerne mit euch zusammen aufdecken und dazu ist es erstmal notwendig, natürlich zu schauen okay, was schlummert denn da alles so unter der Oberfläche, was haben wir überhaupt für Möglichkeiten oder Herausforderungen in unserem Unternehmen, die uns vielleicht jetzt, während des Alltagsgeschäfts, gar nicht mehr so bewusst sind. Und wenn wir dann sowas identifiziert haben, wo wir sagen, das ist aber interessant, da können wir doch irgendwie Menschen helfen oder sehen da schon irgendwelche Business Needs, dann geht es eben darum zu sagen okay, wir fokussieren uns darauf. Wir suchen uns quasi eins dieser Potentiale, einen dieser versteckten Schätze unter der Oberfläche aus, und grenzen damit ein Stück weit unseren Fragenbereich ein. Mach mal weiter Ricardo bitte. Genau. Denn am Ende brauchen wir eine Aufgabenstellung, die wir im nächsten Schritt bearbeiten wollen.

Das Ideation Format heißt deswegen Ideation Format, weil ein großer Teil davon die Suche nach Ideen ist. Das ist der nächste Schritt von diesem Prozess. Und was dafür extrem wichtig ist, vielleicht hat der ein oder andere schon mal mit Design Thinking zu tun gehabt, was da ein wichtiges Paradigma ist, dass Ideen ohne Einschränkungen generiert werden, weil oft haben wir selber diese Stimme im Kopf die sagt ja, ist eine coole Idee aber, dies und das spricht dagegen. Und wir haben uns in diesem Format auch darüber Gedanken gemacht, wie können wir das noch weiter fördern, wie können wir neue Ideen fördern, und diese kleine Stimme im Kopf, die wahrscheinlich jeder von uns schon mal gehört hat, zumindest für zwei Tage mal auf die Seite legen. Und das alles soll uns dabei helfen, diese versteckten Potentiale an die Oberfläche zu bringen. Und dann, hoffentlich, coole neue IoT Projekte an den Start zu bringen. Und wie das jetzt genau funktioniert, und welche Rahmenbedingungen wir für sowas brauchen, dazu kommen wir jetzt.

Learnings

Ricardo Dunkel: Bei den Rahmenbedingungen möchten wir einfach so ein paar wesentliche Aspekte und ein paar Learnings einfach mitgeben und hier nennen, die sich als praktikabel und als sinnvoll erwiesen haben. Wir sind immer sehr darauf aus, dass bestimmte Projekte oder Projektideen von verschiedenen Perspektiven betrachtet werden. Das heißt wir haben auch viel Erfahrung in Projekten, die rein technikgetrieben sind, oder die rein selbstgetrieben sind, und dann an irgendeiner Stelle im Projekt an ihre Grenzen stoßen. Das heißt, dass Technik nicht das kann was man eigentlich umsetzen möchte oder dass man technisch etwas umsetzen kann, was dann am Ende keiner möchte, jetzt mal übertrieben formuliert. Und darum ist es uns wichtig, dass wir hier am Anfang in diesem Ideation Workshop so viel wie möglich an Perspektiven integrieren. Das ist im Idealfall quasi abteilungsübergreifend, vom Entwicklungsbereich bis zum Sales Bereich bis zum Marketing Bereich, oder auch bis zur Buchhaltung. Das sind alles Personen im Unternehmen, die zu dem Thema eine andere Meinung haben und das ist auch wichtig, das sind für uns keine Konflikte, sondern das ist genau die Grundlage, die Basis, mit der man zusammen einfach das Beste erreichen kann. Und idealerweise ist es so, dass wir den Workshop an zwei Tagen vollständig durchführen, dass soll heißen wir möchten halt auch den Fokus auf diese zwei Tage legen und das ist halt an dieser Stelle sehr ungünstig, wenn jemand dann alle 60 Minute für eine halbe Stunde telefonieren muss oder sich das nicht zeitlich leisten kann, den Workshop vollständig durchzuführen, weil das letzten Endes zu Unterbrechungen führt, zu Wechsel im Kopf führt und vor allem das gemeinsame Gefühl, etwas an den zwei Tagen zu entwickeln, unterbricht.

Am Ende geht es uns halt darum, dass man in dem gemeinsamen Dialog geht, also innerhalb der Abteilung, innerhalb der Kundenbereiche und erstmal grundsätzlich vergisst, dass es da Abteilungsgrenzen und Hierarchien gibt. Weil nur so kann man quasi das offene Mindset überhaupt erstmal schaffen, um über diese Idee, um über Probleme und alles was man so im Kopf hat und was einen im Kopf kommt, darüber zu reden, da macht es sich halt auf jeden Fall gut, wenn man, wir sagen immer gerne, die Etikette draußen lässt. Also wir möchten dann auch an dieser Stelle empfehlen, nicht unbedingt den Chef mit fünf Mitarbeitern rein zu schicken, das macht einerseits wenig Sinn, weil die aus derselben Abteilung sind und wir weniger Perspektiven haben und auf der anderen Seite uns allen bewusst ist, dass unsere Arbeit kein demokratischer Prozess ist und im Zweifelsfall halt das Wort des Chefs auf jeden Fall die anderen sticht. Und das muss halt nicht immer gut sein, das heißt nicht, dass wir die Kompetenz anzweifeln oder uns in der Domain besser auskennen, es geht einfach drum eine Basis zu schaffen, in der man in einen offenen Austausch geht. Das ist essentiell für dieses Vorgehen, ansonsten ist es schlecht möglich vorgefertigte Ideen vor der Tür zu lassen oder neue Potentiale sogar zu entdecken.

Der Workshop

Und das Ganze möchten wir im Kern jetzt kurz darstellen und zwar der Workshop besteht aus zwei Tagen, wie schon genannt. Das erste ist, dass wir hier ein gemeinsames Zielbild überhaupt schaffen wollen, dasss wird die Herausforderungen identifizieren, die jeder so im Kopf hat, die jeder bei dem Problem oder bei der Idee quasi sofort im Kopf hat und sagt, es funktioniert nicht, das geht, das wäre gut, aber aber aber aber. Wir sammeln erstmal, wir versuchen uns gegenseitig zu verstehen, damit wir dann letzten Endes die ganzen Informationen sammeln und bündeln können, die dann die Grundlage legen, für den Tag zwei und hier geht es halt darum, das Ganze zu konkretisieren, weiterzutreiben, und letzten Endes zu visualisieren und zu testen. Also das ist für uns ein ganz wesentlicher Aspekt, dass man diese Ansätze, die man sich vielleicht auch von Tag eins über die Nacht zum Tag zwei selber erzeugt, dass man halt sagt, ich habe eine Möglichkeit, dass ein bisschen zu verproben und ich kann auch meine Problemstellung, meine Ideenstellung einfach weiterentwickeln. Das ist sozusagen der Kern unseres Ideation Workshops und wie sich das anfühlt und was da im Detail noch enthalten ist, möchten wir euch zumindest in einem kleinen Ausblick jetzt einfach mal näherbringen.

Johannes Winter: Ja, also wie Ricardo auch schon gesagt hat, essentiell ist natürlich, dass wir ein gemeinsames Verständnis davon bekommen, was überhaupt im Rahmen dieses Formates verarbeitet werden soll. Da gibt es sehr unterschiedliche Möglichkeiten in der Praxis, also das kann natürlich eine Situation sein, wo es schon eine gewisse Stoßrichtung gibt, wo man schon so ein bisschen weiß hey, an der Stelle müssten wir vielleicht mal schauen, ob dort irgendwas unter der Oberfläche schlummert, um bei diesem Bild zu bleiben oder es kann auch eine Situation sein, in der wir so einen ganz offenen Raum haben, in dem wir uns bewegen, wo wir sagen okay, lasst uns einfach mal schauen, was die verschiedenen Perspektiven so einbringen und auf welche Potentiale wir dann stoßen. Das heißt es richtet sich immer so ein bisschen nach dem Anwendungsfall einfach, in beiden Fällen oder in allen Fällen ist es aber halt wichtig zu definieren okay, wo wollen wir mit dem Ganzen hin. Und auch was gibt es möglicherweise für Herausforderungen auf diesem Weg und das Allerwichtigste, wer sind dann überhaupt die Leute, an die wir uns richten müssen, um dieses Ziel zu erreichen. Das ist ein extrem wichtiger Teil dieser Arbeit und auch einer der leider oft so ein bisschen vergessen wird. Aber letztendlich geht es ja immer um Menschen und um die Bedürfnisse von Menschen, seien es jetzt Kunden, Mitarbeiter oder was auch immer und deswegen besteht auch ein wesentlicher Teil des ersten Tages darin, Personas zu bilden beziehungsweise Proto-Personas zu bilden.

Personas sind archetypische Nutzer, die im Prinzip exemplarisch stehen für Vertreter der Benutzergruppen, die bestimmte Anforderungen haben, bestimmte Probleme haben oder Wünsche und Bedürfnisse und warum da jetzt Proto vorne dran steht, das liegt einfach daran, dass Personas, ich sage jetzt mal in der reinen Lehre, auf Feldstudien aufbauen. Und das ist natürlich was, was innerhalb von zwei Tagen extrem schwierig zu machen ist. Es ist natürlich super, wenn es da schon Materialien gibt oder so, auf die man zurückgreifen kann. Aber wir haben einfach festgestellt okay, in der Praxis müssen wir da pragmatisch ran gehen und Proto Persona bedeutet halt, dass wir diese Persona auf der Basis von Annahmen von Stakeholdern erstellen. Das heißt alle Leute, die im Raum sind, arbeiten an dieser Persona mit und können da ihre Perspektive einfließen lassen.

So kommen wir dann zu dem nächsten Punkt, der sich damit befasst, wie kriegen wir jetzt die Verbindung hin von wir haben jetzt identifiziert welche Bedürfnisse und Ziele es gibt, zu was wollen wir eigentlich tun. Und ein extrem mächtiges Mittel dafür ist die sogenannte How might we Frage, die erstmal relativ simpel daherkommt. Zum Beispiel wenn ich jetzt hier dieses Problem habe okay, Recycling von Plastikmüll ist irgendwie zu kompliziert, wird als zu kompliziert wahrgenommen, dann stehe ich da erstmal davor, und dann ist es erstmal so. Über ein bestimmtes Framing, wie wir das in der Psychologie nennen, ist es aber möglich, dieses Problem oder diese Herausforderung umzudeuten, und den Lösungsraum aufzumachen und dafür ist die How might we Frage halt gut. Das heißt wir formulieren aus dieser zentralen Herausforderung eine Frage, eine offene Frage, wie können wir das Recycling von Plastikmüll im privaten Haushalt vereinfachen? Es ist nicht immer so ganz einfach, eine How might we Frage gut zu formulieren, weil wie ihr euch jetzt vielleicht schon vorstellen könnt, gibt es extrem viele Möglichkeiten das zu formulieren und da muss man immer so ein bisschen darauf achten, wie genau formuliert man jetzt, um das Problem präzise zu treffen und auf der anderen Seite, wie kann man trotzdem noch diesen offenen Lösungsraum erzeugen. Und diese Fragestellung ist dann das, womit wir am ersten Tag raus gehen, das ist die Basis für den zweiten Tag, wo wir dann in die Ideenfindung einsteigen.

Genau, ganz unter dem Motto Create geht es da los, in dem wir möglichst viele Ideen generieren. Auch das wird dem einen oder anderen bekannt vorkommen, der schon mal von Design Thinking gehört hat. Wir haben festgestellt, es gibt so eine gewisse Scheu vor dem weißen Blatt oft, ja man sitzt dann so davor und denkt sich so ja, was schreibe ich denn da jetzt drauf, ist alles nicht so einfach und da gibt es viele Ansätze, die so ein bisschen darüber hinweghelfen können und was wir für besonders wirksam halten ist so ein spielerischer Ansatz, wir haben da eine Methodik entwickelt, die mit Karten funktioniert und der zweite Vorteil bei dieser Sache ist, dass wir sehr gut hier nochmal den IoT Fokus setzen können. Weil wir Karten haben mit Services und Things und Interaktionen und innerhalb dieses Zusammenspiels dann sehr schnell Kombinationen von Ideen erzeugen können. Und hier geht es erstmal darum, so viel wie möglich raus zu hauen.

Im nächsten Schritt geht es dann darum, das wieder einzugrenzen und zu sagen okay, jetzt haben wir hundert Ideen, was davon ist denn jetzt das, was unserer How might we Frage oder für unsere Zielgruppe uns am plausibelsten vorkommt. Wo wir sagen okay, da liegt der meiste Wert und auch hier kann man dann schon mal schauen okay, wo liegt denn jetzt auch der Business Value von der ganzen Sache. Und dazu ist es eben wichtig, jetzt nochmal gemeinsam darauf zu schauen, wie sieht es denn jetzt im Detail aus. Und da arbeiten wir mit so Storytelling Elementen, was einfach daran liegt, dass man ansonsten schnell in so einen Modus kommt, in dem man sagt, okay wir brauchen noch dieses Feature und das Feature und jenes Feature, aber da wollen wir nicht hin, wir wollen hier nicht irgendwie ein Feature nach dem andern bauen, sondern wir wollen eine Lösung erschaffen, die einen Mehrwert bietet. Und da hilft einfach dieser Storyboard Ansatz wahnsinnig. Das Ganze ist nur solange gut, wie es auch gewissen Tests standhält. Deswegen ist vielleicht nicht der wichtigste Schritt, aber mit einer der wichtigsten Schritte auch, das Ganze zu challengen und das vor allem nochmal auf eine andere Ebene zu bringen.

Und zwar auf eine Ebene, auf der das erfahrbar wird. Deswegen erstellen wir am Ende des zweiten Tages Prototypen. Prototyp ist ein Wort, das sehr viel und sehr wenig sagt, wir reden hier aber von Sachen, die die Ideen nochmal begreifbar machen. Das kann etwas sehr Plastisches sein, das kann aus Papier sein oder aus Lego oder was auch immer oder das kann auch eine Gesprächssituation sein, dass kommt natürlich ganz darauf an, um was für eine Idee es sich handelt und wie man die begreifbar machen kann. Und mit diesen Prototypen können wir die ersten Tests fahren und so Feedback aus diesen Tests einarbeiten. Und das ist ein ganz essentieller Punkt, weil wir wollen hier jetzt gerade in so einer Phase der Ideenfindung und in so einer Phase, in der vielleicht noch nicht alles festgesteckt ist, so schnell wie möglich detaillieren. Wir wollen so schnell wie möglich irgendwas auf die Beine stellen, um Erfahrung zu sammeln. Und am Anfang, innerhalb dieses zweitägigen Formats, ist das jetzt vielleicht auch erstmal noch gar nicht unbedingt direkt mit der Zielgruppe, die wir anstreben. Sondern unter den Teilnehmern, die natürlich ihr Wissen mitnehmen über die Zielgruppe, die Erfahrung haben. Sei es jetzt aus dem Vertrieb oder aus dem Support oder der Entwicklung. Es ist schon mal eine erste Feedbackschleife, und das ist das Wichtige, dass man direkt in diesen Modus kommt. Okay, wir challengen das regelmäßig. Und damit hat man dann eine super Basis für das weitere Vorgehen, um sich zum Beispiel in Richtung Proof of Concept zu bewegen, aber da sagt Ricardo uns jetzt noch mehr dazu.

Ricardo Dunkel: Genau, vielen Dank. Also der Workshop ist letzten Endes der Kern, den wir hier kurz darstellen möchten, den wir kurz erklärt haben. Wo wir ein Konzept mit verschiedenen Arbeitsmitteln erschaffen haben und der auch typischerweise mit verschiedenen Abteilungen von diva-e Seite begleitet wird. Also in den meisten Fällen ist es die IoX Abteilung, die jetzt hier durch den Johannes repräsentiert wird und einer Person aus dem IoT Lab, damit man einfach diesen technischen Hintergrund schon mitnimmt und in die erarbeiteten Ergebnisse mit einfließen lassen kann. Im Ganzen ist es aber so, das wird sicherlich jeder verstehen, dass wir in zwei Tagen natürlich nicht die Welt retten können. Das heißt wir fangen typischerweise damit an, wenn der Kunde Interesse hat, bestimmte Ideen einfach in einem Elevator Pitch uns mitteilt oder wir einfach davon hören und Anfragen bekommen, dass wir dann erstmal versuchen das Ganze erstmal ein bisschen einzugrenzen, dass wir die Leute kennenlernen und letzten Endes dann, je nach Zeit, Vorstellung und nach Ausprägung, mit einer Vorbereitung starten. Das heißt mit den potentiellen Teilnehmern an dem Workshop schon mal Interviews durchführen, dass man die Zielgruppe einfach besser eingrenzen kann. Ich sage mal die Gedanken, die da im Kopf sind, man besser greifen kann, damit man den Workshop vorbereitet. Also auch hier besteht quasi die Möglichkeit, dass wir unsere existierenden Materialien, wie jetzt zum Beispiel das Gameplay was wir entwickelt haben, dann spezifisch auf die Kundenbedürfnisse anpasst. Die Kriterien und die Personas schon mal in die richtige Richtung schubst, damit man den Workshop einfach effektiv durchführen kann.

Am Ende des Workshops findet dann natürlich nachgelagert eine Auswertung statt, wo man die Ergebnisse aufbereitet, auch bestimmte Themengebiete, die relevant sind für die Umsetzung, sich genauer anschaut. Also zum Beispiel Netzwerk- und Protokollebene, oder ganz High Level Cloud Systeme, oder URI, URX, also das ist dann sehr vielfältig, was da auf einen zukommen kann. Das versetzt uns dann wiederrum in die Lage, die Experten aus anderen Abteilungen mit dazu zu holen und was wir halt gerne möchten, was das Ziel ist, dass man dann hier letzten Endes als Proof of Concept gemeinsam einen Kick-off startet, dass uns in die Umsetzung/ in die Richtung der Umsetzung bewegt. Hier ist es natürlich so, dass das dann länger dauert als zwei Tage in Summe, erfahrungsgemäß ist das ein Zeitraum wie ihr ihn jetzt hier seht, von ein zwei Monaten, je nach Verfügbarkeit und je nach Druck, der auch existiert. Sodass man dann mit der Idee und mit dem Input, der aus dem Workshop entsteht, sich Richtung Grobkonzept des IoT Use Cases bewegt. Weil letzten Endes sind wir die Experten in verschiedenen Bereichen, die technologisch oder auch vorgehenstechnisch hier in diesem Fall einfach unterstützen können, aber der Kunde ist der, der das Domainwissen hat. Also wir haben natürlich Domainwissen in verschiedenen Bereichen uns über die Jahre angeeignet, aber wir maßen uns an dieser Stelle nicht an, besser zu wissen, wie der Markt aussieht als der Kunde, der diesen Markt bedient mit seinen Produkten oder mit seinen Services. Und darum ist es uns ganz wichtig, dass man das auch als Zusammenaktion begreift, um hier letzten Endes ein Proof of Concept auf den Weg zu bringen und dann festzulegen okay, welchen Umfang soll das haben.

Soll das dann vielleicht weiterentwickelt werden, als Minimal Viable Product, wie es so schön mit MVP abgekürzt wird, damit man einfach wirklich was Greifbares am Ende hat. Und das Schöne hierbei ist, dass bei diesem Vorgehen auch die kurze Iteration immer im Vordergrund steht. Ja das heißt dieser Zeitstrahl, den Ihr hier jetzt sieht, ist niemals länger als zwei Monate, weil das am Ende keinen Sinn mehr macht. Die Ideen am Anfang sind dann einfach weg und wenn man zu lange plant, dann ist einfach die Gefahr viel höher, dass man sich am eigentlichen Ziel vorbei bewegt oder halt letzten Endes den Markt nicht trifft und darum ist das so ein grober Zeitraum von ein bis zwei Monaten. Der dann damit endet, dass man ein Grobkonzept für ein Use Case vorliegen hat, dass man weiß, wie die einzelnen Bausteine aussehen, wie die Bedürfnisse, also technisch, personentechnisch aussehen, budgettechnisch und dass man dann am Ende quasi sagt, das ist jetzt ein Ergebnis, das man weiter vorantreiben kann. Und am Ende ist es uns natürlich immer ganz wichtig, so eine Retroperspektive mit den verschiedenen Teilnehmern, die sich über den Zeitstrahl ergeben haben, abzuhalten, damit man einfach diese offene Gesprächskultur und vor allem das gemeinsame Ziel in den Vordergrund steht, weil das ist letzten Endes die Basis für das weitere Vorgehen, nämlich der Projektumsetzung an sich.

Und was wir hier als Abschluss einfach nochmal mitgeben möchten ist, dass man Ideen einfach zulassen sollte im Unternehmen und fördern sollte. Es gibt manchmal abstruse Ideen oder Ideen, die sich am Anfang seltsam anhören. Uns ist es immer wichtig, dass man diese Ideen nicht verwirft. Die Personen haben diese Ideen aufgrund ihrer sozialen oder arbeitstechnischen Prägungen, aus ihren Erfahrungen heraus und wir erachten das alles für sehr wertvoll. Und wenn man gemeinsam abteilungsübergreifend oder unternehmensübergreifend sozusagen das Ganze beleuchtet und jeder sich einbringen kann, dann hat man eine super Grundlage, weil dann alle am selben Strang ziehen. Weil dann dieses Thema der Abteilung und jeder hat seine eigenen Ziele, nicht mehr so in den Vordergrund steht, wir werden das nicht vollständig eliminieren können, aber wir können damit halt eine gute Basis schaffen, sich davon ein Stück weit weg zu bewegen.

Am Ende hat ein Unternehmen immer ein klares Ziel und alle Mitarbeiter sollten genau an diesem Ziel zusammenarbeiten. Wir alle wissen, dass es in der Praxis sich schwierig gestaltet, gerade wenn die Unternehmen sehr groß werden. Und darum ist es uns wichtig zu sagen, es ist niemals eine Abteilung allein, die ein Kunde oder ein Produkt oder ein Serviceangebot erfolgreich macht, sondern das ist am Ende die komplette Firma. Und das ist einfach das, was wir mitgeben möchten und die Warnung, so möchte ich es jetzt vielleicht nicht formulieren, ist da nur, weil etwas technisch machbar ist, muss man es nicht immer gleich umsetzen. Wir haben das halt über die Jahre erlebt, dass man technische Lösungen sehr schön, sehr sauber und high sophisticated bauen kann.

Die Frage ist am Ende immer, wie kann ich das Ganze verkaufen und wem erzeugt das einen Mehrwert. Als Beispiel sei hier einfach mal, ohne Namen zu nennen, bei großen Maschinenherstellern genannt, dass man sagt, man entwickelt SMART Services, das gehört heute dazu. Industrie 4.0 ist das große Schlagwort und ich kann dann Maschinen oder Autodetails oder Produktionsdetails einfach sehen und dann im zweiten Schritt oder im dritten Schritt dann feststellt, ja der Kunde zahlt dafür gar nicht, weil er erwartet es als Teil des Produkts, das er gekauft hat. Er sieht das jetzt nicht als extra Leistung, die sich nochmal hochbudgetiert verkaufen lässt, sondern er hat zum Beispiel die Maschine gekauft und erwartet einfach, dass er mit diesen SMART Services sozusagen versorgt wird. Das sind dann Sachen, die ganz schnell dazu führen, dass man diese, sagen wir mal RoI Berechnung, die man am Anfang gemacht hat, vielleicht dann doch nicht erfüllen kann. Und darum ist es, um den Kreis zu schließen, auch ganz wichtig, diese Personas mit einzubeziehen, zu sagen wer ist unser Zielmarkt, was sind eigentlich die Produkte, die wir da verkaufen oder was wollen wir verbessern. Und da haben wir halt sehr viel Erfahrung gesammelt, und möchten halt gerne anbieten, dass man die halt teilt und hier strukturiert in einen Prozess kippt. Damit am Ende halt ein erfolgreiches Projekt entsteht. Und damit sind wir jetzt mit der reinen Vorstellung des Webinars am Ende, und möchten jetzt die offene Fragerunde einleiten.

Q&A

Angela Meyer: Genau, also danke Johannes und Ricardo für euer Wissen zu den IoT-Ideation Workshops. Genau, bevor wir jetzt auch in die Q and A Session starten, haben wir für die Zuschauer Kurzumfragen vorbereitet, insgesamt vier Kurzumfragen. Ich würde die jeweils für einen kurzen Moment einblenden, und ihr könnt dann abstimmen und am Ende würden Johannes und Ricardo kurz diese Ergebnisse kommentieren und wir starten jetzt mit der ersten Frage.

Nutzt ihr für eure Projekte Kreativmethoden wie zum Beispiel Design Thinking oder Design Sprints?

Ricardo Dunkel: Wir haben uns hier bewusst entschieden die Fragen nicht zu technisch zu gestalten, aufgrund des vielfältigen Teilnehmerkreises möchten wir jetzt nicht die einzelnen Personen mit (RAMI Abschnitten) oder anderen Sachen langweilen. Und das sind Punkte in der Kurzumfrage, die uns einfach auch interessieren, wie das bei euch aussieht im Unternehmen, im Umfeld, um einfach auch ein besseres Bild zu bekommen.

Angela Meyer: Genau. Und wie man jetzt sieht, ja. Sind Sie schon sehr fleißig und nutzen Design Thinking und Design Sprints.
Ricardo Dunkel: Okay, dann können wir die lang vorbereitete textuelle Form jetzt hier weglassen. Also es freut uns natürlich sehr, erfahrungsgemäß habe wir einfach mit anderen Ergebnissen gerechnet und sind halt sehr froh, dass das doch ein Thema ist, was sich immer weiterverbreitet, was wir auch für sehr lohnenswert halten.

Johannes Winter: Ja, das kann ich auch nur unterschreiben.

Ricardo Dunkel: Dann können wir das abkürzen.

Angela Meyer: Ja. Dann kommen wir zur zweiten Frage.

Nutzt Ihr in eurem Unternehmen PoC oder MVP Ansätze?

Ricardo Dunkel: Genau, PoC ist der Proof of Concept, und das MVP nochmal das Minimal viable Product. Nochmal kurz ausgesprochen, damit vielleicht jeder auch eine Vorstellung hat, der das noch nicht kennt. Johannes Winter: Ich habe da schon so eine Ahnung was dabei rauskommen wird.

Angela Meyer: Dann schauen wir das uns mal an.

Ricardo Dunkel: Basierend auf der ersten Antwort erwarte ich genau das, sehr schön. Das stimmt uns sehr optimistisch, ja.

Angela Meyer: Kommen wir zur dritten Frage.

Finden für kundenorientierte Produkt- und Serviceentwicklungen abteilungsübergreifende Abstimmungen statt?

Ricardo Dunkel: Ja, das ist eine sehr spannende Frage. Johannes Winter: Ja, vor allem im Hinblick darauf, dass ja doch oft noch so unbewusste Silos bestehen, Wissen-Silos, da nehmen wir uns auch gar nicht raus, das passiert bei uns sicherlich auch ab und zu, dass wir dann so merken ups, da sind wir jetzt doch wieder an einem Punkt, wo wir uns darum bemühen müssen. Und wie ich sehe, habt ihr das auch alle verstanden und wendet es auch an, das finde ich super.

Ricardo Dunkel: Das ist auf jeden Fall super und ein Learning, was wir aus den letzten Jahren einfach auch nochmal mitgeben können. Es ist immer hilfreich das kontinuierlich zu machen, wir haben auch schon Projekte begleitet mit dieser Methodik, wo man dann das Verständnis hat man muss das nur einmal machen mit diesem Workshop und dann reden die Abteilungen doch nicht mehr miteinander. Das ist dann natürlich kontraproduktiv, aber es ist sehr schön zu sehen, dass wir da mit der Meinung nicht alleine sind.

Angela Meyer: Das stimmt und jetzt kommen wir zur letzten Kurzumfrage für euch.

Plant Ihr eure Projekte vollständig vor dem Start durch, oder nutzt Ihr agile Methoden für eure Produktentwicklung?

Ricardo Dunkel: Nein das ist keine Fangfrage, das ist wirklich ernst gemeint.

Angela Meyer: So, auch hier schauen wir uns die Ergebnisse an.

Johannes Winter: Habe ich grade kurz gedacht: Huch.

Angela Meyer: Und alle nutzen agile Methoden.

Ricardo Dunkel: Sehr schön, auf jeden Fall.

Johannes Winter: Ich habe irgendwie damit gerechnet, dass das oben steht, ich habe jetzt gedacht was, das wundert mich jetzt, dass alle ihre Projekte vollständig vor dem Start durchplanen, weil das bis jetzt immer oben stand.

Ricardo Dunkel: Also auch hier von unserer Seite kann da nur bestätigt werden, das ist das einzig Valide, was man hat. Und wir möchten auch davor warnen, bewahren zu sagen okay, man hat jetzt am Anfang ein Wasserfallmodell, das über zwei Jahre geht und jetzt schneiden wir das in drei Wochen Sprints und dann sind wir agil. Die Erfahrung haben wir auch gemacht. Ja von daher, sehr schön auf jeden Fall und wir können nur die Teilnehmer dazu ermutigen, dass auch in kurzen Iterationen zu machen. Das ist für uns der einzig richtige Weg, wie man Produkte, Services erfolgreich machen kann.

Angela Meyer: Genau. Und jetzt motivieren wir noch die Teilnehmer hier, Ihnen Fragen zu stellen, wir haben noch Zeit, stellt gerne Fragen an Ricardo und Johannes. Und ich würde jetzt mal die ersten Fragen aufnehmen, die in der Zwischenzeit reingekommen sind und ich würde hier mal starten mit der Frage:

Welche Abteilung Ihr empfehlen würdet, die in den Prozess integriert werden sollen?

Ricardo Dunkel: Ja also, wir kennen jetzt nicht jedes Unternehmen und jede Abteilung, also Unternehmen sind da auch sehr unterschiedlich aufgebaut. Was wir auf jeden Fall empfehlen möchten, ist nicht nur technikgetriebene Abteilungen zu inkludieren. Wir haben erfahrungsgemäß die besten Ergebnisse, wenn wir aus allen möglichen Bereichen, die sich ergeben im Unternehmen, jemanden dabei haben in der ersten Runde oder zumindest in dem Interviewabschnitt, wo man erstmal sich gegenseitig annähert. Also das heißt konkret, wir haben eine Entwicklungsabteilung, die heißt manchmal Digitalisierung, die heißt manchmal IT oder anders, es gibt dann den Operation Sale, die Systemadministratoren, oder Cloud Engineers, wie auch immer man das nennt. Aber das ist alles sehr technisch getrieben, wir empfehlen hier ganz klar auch Leute aus den Sales, aus dem Vertriebsbereich, aus dem Marketing Bereich einfach mit einzubeziehen, damit man wirklich so viel wie möglich Sichtweisen hat. Und anhand der Teilnehmerzahl, die wir jetzt so grob zwischen sechs und zehn Leuten gerne sehen, also von Kundenseite, kann man das dann gut aufteilen, auf die Abteilungen aufsplitten.

Johannes Winter: Ja, also was natürlich immer wahnsinnig hilfreich ist, wenn man auch sich vor allem mal an Abteilungen wendet, die auch wirklich Kontakt haben zu dem relevanten Personenkreis. Also wenn ich jetzt zum Beispiel an so eine Supportabteilung denke, die halt viel Kundenkontakt hat und aber dann letztendlich nur irgendwelche Tickets schreibt, dann ist das natürlich sehr interessant, mit denen auch sowas durchzuführen, um mal wirklich die Leute auch, die sonst vielleicht nicht miteinander sprechen, zusammen zu bringen und diese Erkenntnisse abzugreifen.

Angela Meyer: Das stimmt. Und der Teilnehmer möchte eben darauf auch basierend wissen:

Welche Abteilung steht denn da im Weg üblicherweise?

Ricardo Dunkel: Na ja das ist eine gute Frage und auch eine sehr schwierige Frage, also die ist schon wieder sehr politisch. Es ist vielleicht so ein bisschen auch als O-Ton rübergekommen, zumindest in meiner Hoffnung, dass wir dieses Vorgehen und das Design Thinking hier nutzen möchten, um einfach auch eine frühe Spezifikationsphase einzuleiten. Also nicht ganz ersetzen, das wäre das falsche Wort, aber wir haben die beste Erfahrung damit gemacht, dass man das vor der wirklichen Spezifikationsphase macht. Und das ist dann wieder sehr unternehmensabhängig, wer gibt das Geld, wer hat das Budget dafür, und damit ergibt sich manchmal leider auch wer im Weg ist. Aber was wir halt nicht empfehlen ist zu sagen, dass es einfach nur rein technikgetrieben. Wir haben halt die besten Erfahrungen, wenn es am Anfang relativ offen ist. Also wenn das Unternehmen sagt ich möchte da etwas umsetzen, ich habe ein Produkt, ein neues Produkt, einen neuen Service, was auch immer, was ich verkaufen möchte, an den Markt bringen möchte oder worüber ich mir Gedanken mache und dafür ein Budget sozusagen schon zurückgelegt hat. Welche Abteilung da im Weg ist, spielt für uns gerade in der ersten Phase keine Rolle. Das ist genau das, was wir auch den Mitgliedern dann vorher versuchen beizubringen, im Sinne von, es geht nicht darum, jemand anderes auszugrenzen oder jetzt jemanden in den Lead zu setzen, sondern sich gemeinsam der Idee zu nähern. Und wenn wir dann eine gute Idee haben und sich alle auf diese Idee einigen, dann geht man Richtung Proof of Concept und spätestens dann braucht es eine Abteilung, die den Lead halt übernimmt. Aber das wäre so, ich weiß das es manchmal schwierig in der Realität umzusetzen ist, aber unsere Wunschvorstellung wäre genau die, erst zum Proof of Concept den Lead der Abteilung festzulegen.

Angela Meyer: Okay, hier noch eine nächste Frage.

Welche Vorgehensweisen empfehlt ihr für neue Ansätze oder neue Ideen?

Ricardo Dunkel: Ja, das anhand der Umfrage, die wir gerade gesehen haben, nehme ich das jetzt mal als Fangfrage auf und natürlich ist die einzige richtige Antwort agiles Projektvorgehen, also mit so einem klassischen Taylor Modell, Wasserfallmodell lässt sich das einfach nicht realisieren, bekommt man viel zu spät Feedback. Und darum ist, so wie wir uns alle in der Umfrage einig sind, das einzig richtige Vorgehen agiles Vorgehen, in welcher Ausprägung auch immer. Ob man erstmal normal klein mit Kanban startet und sich Richtung Supergram bewegt, da sind wir relativ flexibel. Wir möchten halt klar dafür sprechen, das im agilen Vorgehensmodell abzuwickeln.

Angela Meyer: Agile Methoden sind eindeutig gewinnbringend und der richtige Ansatz, ja. Jetzt möchte noch ein Teilnehmer wissen, was denn ist, wenn Konflikte zwischen Abteilungen hervorkommen, wie soll man sich da verhalten?

Ricardo Dunkel: Ja, das ist für uns immer eine Situation, in der wir meistens als externe, wenn wir frisch dazu kommen, den Kunden noch nicht so lange kennen, für uns immer gar nicht sichtbar ist. Wir haben einerseits die Interviewphase im Vorfeld, wo man meistens schon, ich sage mal heraushört, zum Beispiel ja, die IT Jungs sind immer zu langsam, die machen immer alles kompliziert, oder/und dann weiß man schon okay da ist irgendwas passiert, und das ist für uns aber kein Problem, also wir sehen das als Potential und nehmen das auch in die Vorbereitung und in die Durchführung des Workshops so mit auf, dass man das als Potential sieht. Also wenn sich die Leute im Workshop nicht angucken, und nicht miteinander reden, dann ist uns allen nicht geholfen, und dem Kunden am Ende auch nicht. Darum versuchen wir eher so ein Open Mind Set zu ermöglichen, anhand der Vorbereitung, anhand des Workshop Formates, damit man diese Konflikte wenigstens für diese zwei Tage erstmal außen vorlässt.

Johannes Winter: Ich würde sogar sagen, dass hoffentlich nach so einem gemeinsamen Workshop, wo man intensiv an einem Ziel arbeitet, dass man sich auch gemeinsam geschaffen hat und den vielen Perspektiven, die da einfließen, den vielen Gesprächen, dass dann eben auch solche Konflikte sich möglicherweise auflösen können oder zumindest ein besseres gemeinsames Verständnis voneinander besteht. Weil wir haben es jetzt an mehreren Stellen auch schon gesagt, es ist halt immer noch oft so, dass diese Art und Weise, wie unter Umständen abteilungsübergreifend miteinander gesprochen wird, oder oft-, das ist oft nicht in so einem direkten Kontakt und ich würde jetzt sagen, also es klingt jetzt vielleicht ein bisschen komisch, weil wir bei IoT-Ideation sind, aber letztendlich ist das auch einer der größten Mehrwerte von sowas, dass da Perspektiven zusammenkommen, die sonst nicht vielleicht miteinander sprechen würden.

Ricardo Dunkel: Genau, um es einfach kurz abzuschließen, für uns sind Konflikte einfach unterschiedliche Sichtweisen, die unterschiedliche Zielsetzung beinhalten. Wenn man jetzt mal an Buchhaltung und Entwicklung denken, das typische Beispiel, Entwicklung braucht immer zu lange, überzieht immer das Budget, dann sind das halt verschiedene Ziele, die jede Abteilung verfolgt. Und hier geht es genau darum, diese Sichtweisen offen zu legen, und diesen Konflikt halt auf eine sachliche Ebene zu reduzieren und damit gemeinsame Ziele auch überhaupt zu finden und sich auf einen Konsens letzten Endes zu einigen. Und darum ist es halt so wichtig, wie wir das schon am Anfang so gesagt haben, dass wir das Ganze möglichst mit vielen Abteilungen zusammen starten wollen und müssen, damit am Ende für alle ein Mehrwert rauskommt und auch alle mitziehen.

Angela Meyer: Schön zusammengefasst. Und ich würde jetzt hier noch eine Frage aufnehmen, da geht es darum,
wo kann man denn überall dieses Modell denn anwenden? Also nur auf haptische Produkte oder Services oder Software, was ist da eure Meinung?

Johannes Winter: Wir sind jetzt natürlich hier im Kontext IoT unterwegs und dieses Vorgehen, das haben wir auch durchaus spezifisch auf IoT beziehungsweise die Bedürfnisse von IoT angepasst. Gerade mit den Ansätzen, mit den Kartenmodell, was wir entwickelt haben. Aber grundsätzlich basiert das Vorgehen auf den Prinzipien von Design Thinking und das lässt sich letztendlich auf so ziemlich alles adaptieren, was man sich vorstellen kann. Ich glaube, die einzige Einschränkung, die ich an der Stelle machen würde, es muss dabei möglich sein, menschenzentriert zu denken. Also es muss irgendwelche Menschen geben, die letztendlich die Adressaten oder die Zielgruppe darstellen soll. Weil das halt der Kern der ganzen Sache ist. Aber mir fällt auch gerade kein Beispiel ein, wo das nicht so ist. Also seien es haptische Produkte oder digitale Produkte, am Ende sollte es immer irgendjemand benutzen oder irgendeinen Wert draus ziehen, oder oder oder. Am Ende sitzt immer ein Mensch davor, egal was es ist. Von daher ist es wahrscheinlich gar keine Einschränkung.

Ricardo Dunkel: Genau, es gibt keine Einschränkung, es, also wir haben quasi gute Erfahrung gemacht in der wirklichen Produktentwicklung, also wo Maschinen oder Features für Maschinen eine Rolle spielen. Sei es für den Endkunden oder den Wartungstechniker oder den Mitarbeiter, der jeden Tag davor steht in der Schicht oder halt die Kunden, die letztendendes über Dashboard sich Informationen über Produktstrecken, Fabriken oder Dinge einfach anschauen. Und wir sind da überhaupt nicht beschränkt, sondern wir möchten auch dazu ermutigen, dieses Vorgehensmodell in den klassischen Maschinenbau zu transportieren als Beispiel, also da fühlen wir uns mittlerweile sehr wohl. Und das geht dann natürlich bis zu unserem klassischen Feld, also der DNA von diva-e, dass wir halt natürlich Cloud weborientiert, E-Commerz orientiert unterwegs sind, also von, alles was dann über dem Edge Device, über den Shop Floor kommt. Und da fühlen wir uns auch sehr wohl und haben gute Erfahrungen, dass wir das für alle Bereiche gleichermaßen anwenden können.

Angela Meyer: Das stimmt, und wenn jetzt hier keine weiteren Fragen offen sind, dann könnt Ihr auch gerne den Ricardo im Nachgang noch kontaktieren und da eben auch konkret werden, in welchen Bereichen eben hier der IoT Workshop bei euch Anwendung finden soll. Im Nachgang stellen wir dann auch die Aufzeichnung unseres Webinars und die Präsentation im Nachgang zur Verfügung, dann könnt ihr euch das auch alles nochmal in Ruhe anschauen und anhören. Hier noch ein letzter Hinweis zu unseren Webinaren, die wir wöchentlich veranstalten. Schaut gerne auf unsere diva-e.com Website vorbei und meldet euch für weitere Webinare an. Wir freuen uns auf eure Teilnahme. Und jetzt, Danke Ricardo und Johannes für eure Zeit und für eure Insights, wie idealerweise ein IoT-Ideation Workshop ablaufen soll. Ich wünsche euch noch einen schönen Nachmittag und bis bald.

Ricardo Dunkel: Vielen Dank, euch auch. Auf Wiedersehen.

Johannes Winter: Herzlichen Dank. Tschüss.

Angela Meyer: Tschau.