Eine Frau sitzt lächelnd vor ihrem Laptop
News & Trends  | 28 Aug 2023

Was kann interaktiver Content wirklich?

Scrollytelling, Quizze & Co.

Porträt von Dorothee Haensch
Dorothee Haensch

Content is King – das wissen mittlerweile wirklich alle Beschäftigten im Marketing und darüber hinaus. Die Relevanz von Content in Kommunikationsstrategien wird also nicht mehr in Frage gestellt. Aber: Ein Content-Fokus in der Marketingstrategie reicht heute nicht mehr aus, um damit erfolgreich zu sein. Es geht nicht mehr nur um die Qualität des Contents – es geht auch um das Format. Heute ist die Art und Weise, wie Unternehmen mit ihren Zielgruppen interagieren wichtiger, denn je. Eine innovative Methode, die in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen hat, ist der Einsatz von interaktivem Content. Interaktiver Content ermöglicht es den Nutzer:innen, aktiv mit den Inhalten zu interagieren, anstatt sie nur passiv zu konsumieren. In diesem Artikel werden wir die Vor- und Nachteile von interaktivem Content als Marketing-Tool beleuchten. 

Vier Beispiele für interaktiven Content

Die allgemeine Definition von interaktivem Content lautet: digitale Inhalte, an denen User:innen aktiv teilnehmen können, anstatt passiv Informationen aufzunehmen. Interaktiver Content kann in unterschiedlichen Formaten ausgespielt werden: Umfragen, Quizze, Abstimmungen, Spiele, Rechner und interaktive Videos sind hier nur einige Beispiele. Was alle interaktiven Content-Formate gemeinsam haben: Sie fordern die Nutzer:innen dazu auf, Entscheidungen zu treffen, Aktionen auszuführen oder auf Inhalte zu reagieren. Um das besser greifbar zu machen, setzen wir den Fokus auf vier besonders spannende Optionen, interaktiven Content im Marketing zu nutzen. 

Scrollytelling

„Scrollytelling“ setzt sich aus den Wörtern „scrollen“ und „storytelling“ zusammensetzt. Im Marketing wird Scrollytelling als interaktive Methode zur Präsentation von digitalen Inhalten genutzt. Dabei erhalten die Nutzer:innen durch Scrollen aufeinander aufbauende Informationenen, deren Narrativ ähnlich ist, wie in einer erzählten Geschichte. Dabei können Text, Bilder, Videos, Animationen und andere multimediale Elemente verwendet werden, um eine interaktive und ansprechende Erzählung zu schaffen: Neue Informationen und visuelle Elemente werden aktiviert, wenn User:innen nach unten scrollen. So geben Scrollytelling-Elemente den Rezipient:innen die Kontrolle über den Informationsfluss und das Aufnahmetempo. Diese Art von digitalem Content eignet sich besonders gut, um komplexe Informationen, Produktgeschichten oder Markenbotschaften auf eine ansprechende und leicht verdauliche Weise zu präsentieren. Scrollytelling-Inhalte können dazu beitragen, die Aufmerksamhkeit der Nutzer:innen zu halten, das Engagement zu steigern und Informationen effektiver zu vermitteln. 

Umfragen und Quizze

Umfragen zu Meinungen und Feedback sind beliebtes Tool für die Aktivierung der Nutzer:innen – ebenso, wie Online-Quizze liefern sie Unternehmen Daten und Informationen über ihre Zielgruppe. Quizze schließen dabei sogar häufig den Enternainment-Aspekt ein. Damit bringen sie gleich mehrere Vorteile: Sie sind unterhaltsam und fördern damit eine positive Wahrnehmung Ihrer Brand. Außerdem liefern sie Einblicke in die genauen Bedürfnisse Ihrer Zielgruppe. Umfragen und Quizze eignen sich sowohl zur Lead-Generierung, als auch zum Erheben wertvoller Informationen über Ihr Produkt, die zur Weiterentwicklung ihrer Services oder neuer Content-Formate genutzt werden können. Außerdem können diese Formate dazu beitragen, Interessent:innen zu überzeugen, die sich in der Überlegungs- und Entscheidungsphase befinden. Nuzer:innen von Umfragen und Quizzen profitieren auf der anderen Seite von den Ergebnissen.

Rechner und Tools

Rechner und Tools sind äußerst effektive Formate für interaktives Content Marketing, da sie den Nutzer:innen einen konkreten und praktischen Mehrwert bieten. Beispiele für Rechner und Calculator-Tools sind zum Beispiel ROI-Calculator, Budgetplaner und Rechner aller Art – vom Hypotheken- bis zum Zinsrechner. Das kann die Verweildauer auf der Website erhöhen, die Interaktion fördern und wertvolle Daten liefern, da Nutzer:innen von Rechnern oftmals bereits weit im Entscheidungsprozess fortgeschritten sind. Darüber hinaus können sie als Lead-Generierungs-Tools dienen, da die Anwender:innen oft bereit sind, ihre Kontaktdaten preiszugeben, um auf die Ergebnisse zuzugreifen.

Bei der Erstellung von Rechnern und Tools ist es wichtig sicherzustellen, dass sie benutzerfreundlich, intuitiv und gut gestaltet sind. Die Einbindung von klaren Anleitungen und Erklärungen kann den Nutzer:innen bei der Verwendung dieser Tools helfen und das Nutzererlebnis verbessern. 

Simulatoren und Virtual Reality (VR)

Simulatoren und VR-Erfahrungen bieten Nutzer:innen die Möglichkeit, realitätsnahe Simulationen zu erleben, die zum Beispiel zur Produktpräsentation genutzt werden können. Diese immersiven Erlebnisse können die Kaufentscheidung und das Engagement der Zielgruppe sehr stark beeinflussen:Laut Statista wird bis Ende 2023 der AR Advertising Markt in Deutschland voraussichtlich etwa 172,8 Mio. Euro betragen. In Deutschland erlebt das AR-Werbemarktsegment derzeit einen starken Aufschwung, da Organisationen und Unternehmen verstärkt auf immersive Werbeformate setzen.

Im weltweiten Vergleich wird der höchste Umsatz in den USA erwartet, der mit 990,0 Mio. Euro bis zum Ende des Jahres 2023 prognostiziert wird. Mehr zum Thema Augmented Reality als E-Commerce-Kanal erfahren Sie hier

Die Benefits von interaktivem Content

Heute spielt sich ein Großteil des Lebens digital ab – beruflich und privat. Die Folge ist häufig digitale Erschöpfung bei den Rezipient:innen. Wir kennen es: Der Überfluss an digitalen Inhalten führt dazu, dass unsere Aufmerksamkeitsspanne knapp ist und die Informationen irgendwann nicht mehr aufgenommen werden können. Diese digitale Müdigkeit ist für den Erfolg von Content Marketing fatal – nur wer seine Zielgruppe mit Inhalten erreicht, erreicht auch seine Marketing-Ziele.

Höhere Kundenbindung

Interaktiver Content zieht die Aufmerksamkeit an und animiert die Nutzer:innen dazu, länger auf einer Webseite zu verweilen. Dies führt zu einer geringeren Absprungrate und einer höheren Kundenbindung.

Besseres Verständnis der Zielgruppe

Durch die Analyse des Nutzerverhaltens und der Interaktionen können Unternehmen wertvolle Erkenntnisse über die Bedürfnisse und Vorlieben ihrer Zielgruppe gewinnen.

Erfolgreiche Lead-Generierung

Die Sammlung von Informationen in interaktiven Inhalten, wie Quizzen und Umfragen, ermöglicht es Unternehmen, qualifizierte Leads zu generieren, die für Marketingzwecke genutzt werden können.

Mehr Konversionen

Interaktiver Content kann dazu beitragen, das Konversionspotenzial zu steigern. Wenn Nutzer:innen aktiv am Inhalt teilnehmen, sind sie eher geneigt, auf Handlungsaufforderungen zu reagieren. 

Achtung: Interaktiver Content ist nur gut, wenn die Umsetzung stimmt

Interaktiver Content kann gut funktionieren, wenn er gut durchdacht und umgesetzt ist. Dafür müssen einige Punkte und potenzielle Hürden im Vorfeld erkannt und einkalkuliert werden.

Ressourcenaufwand:

Die Erstellung von hochwertigem interaktiven Content erfordert oft mehr Zeit, Geld und Fachkenntnisse im Vergleich zu statischem Content. Dies kann für Unternehmen mit begrenzten Ressourcen eine große Herausforderung sein.

Kompatibilitätsprobleme:

Interaktiver Content kann auf verschiedenen Geräten und Plattformen unterschiedlich dargestellt werden. Die Gewährleistung einer nahtlosen Erfahrung für alle Nutzer:innen ist nicht einfach. Es ist wichtig, sicherzustellen, dass der Content auf mobilen Geräten, Tablets und Desktops gut funktioniert.

Visuelle Sättigung:

Da interaktiver Content immer beliebter wird, kann es schwierig werden, sich von der Masse abzuheben. Unternehmen müssen kreative Wege finden, um sicherzustellen, dass ihr interaktiver Content relevant und ansprechend ist. 

Checkliste für die Umsetzung erfolgreicher interaktiver Content-Formate

  • Verstehen Sie Ihre Zielgruppe: Erstellen Sie Content, der auf die Bedürfnisse und Interessen Ihrer Zielgruppe zugeschnitten ist.

  • Einfache Navigation: Der interaktive Content sollte benutzerfreundlich und leicht zu bedienen sein.

  • Mobile Optimierung: Stellen Sie sicher, dass der Content auf verschiedenen Geräten, einschließlich Smartphones und Tablets, optimal angezeigt wird.

  • Klare Call-to-Actions: Leiten Sie die User:innen klar dazu an, welche Schritte sie als nächstes unternehmen sollen.

  • Messen und Analysieren: Verfolgen Sie die Leistung Ihres interaktiven Contents und nutzen Sie die Erkenntnisse zur Optimierung. 

Fazit: Interaktiver Content – ja oder nein?

Interaktive Inhalte sind zu einem wichtigen Content-Marketing-Werkzeug geworden und der oben genannte Report von Statista prognostiziert zukünftig einen enormen Einfluss von interaktivem Advertising-Content wie Augmented und Virtual Reality.

Dynamische Inhalte können die Kundenbindung stärken, höhere Interaktion fördern und wertvolle Daten zur Verbesserung von Produkten und Dienstleistungen liefern. In einer Welt, in der die digitale Aufmerksamkeitsspanne oft überstrapaziert wird, kann interaktiver Content Unternehmen dabei helfen, sich von Mitbewerbern abzuheben – vorausgesetzt, die Formate sind gut umgesetzt.

Unsere Expert:innen von diva-e unterstützen Sie gern bei der Erstellung von unterschiedlichen Content-Formaten, die Ihre Zielgruppe personalisiert erreichen und Ihre Sichtbarkeit auf allen relevanten Marketingkanälen nachhaltig steigern.

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Porträt von Dorothee Haensch

Dorothee Haensch

Dorothee Haensch ist seit 2023 als Senior Marketing Manager Teil der diva-e. Als Expertin für Content im Softwarebereich geht sie den Anforderungen unterschiedlicher Industrien auf den Grund und erstellt Inhalte, die Unternehmen dabei helfen, aktuelle Probleme zu lösen und zukünftige Herausforderungen zu meistern.

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